Tagesstätte für seelisch Behinderte infolge Sucht

 

Zielgruppe

Die Zielgruppe der teilstationären Hilfeform der Tagesstätte sind alkoholkranke oder drogen-, medikamentenabhängige Menschen, die den festen Willen haben, zukünftig ohne Alkohol oder ein anderes Suchtmittel zu leben und dafür die Hilfen benötigen. Die Klienten gehören zum Personenkreis des § 53 SGB XII oder § 35a SGB VIII

Unsere Ziele

Die Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft in der Tagesstätte haben zum  Ziel,

- die seelische Behinderung unserer Klienten zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern,
- Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten - sowie den vorzeitigen Bezug anderer Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern,
- die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
-  sowie eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern. (§4 SGB IX, siehe auch Eingliederungshilfeverordnung)

 

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um die Tagesstätte besuchen zu können!

Voraussetzung für den Besuch der Tagesstätte ist die Hilfebedürftigkeit aufgrund der Schwere der seelischen Behinderung durch die Suchtkrankheit. Es muss also eine wesentliche seelische Behinderung  vorliegen oder der Hilfesuchende ist von einer solchen Behinderung bedroht. Ziel ist es, das Leben ohne Alkohol oder andere Suchtmittel wieder lebenswert zu gestalten. Die Übernahme der Kosten der Eingliederungshilfe durch den zuständigen Sozialhilfeträger ist im Sozialhilferecht geregelt.

So erfolgt die Aufnahme in der Tagesstätte

Von Ihrem Arzt wurde Alkohol- oder Drogenabhängigkeit festgestellt. Sie haben den Willen, zukünftig ohne Alkohol oder Drogen zu leben. Informieren Sie sich in einer Suchtberatungsstelle in Ihrer Nähe oder informieren Sie sich vor Ort in der Tagesstätte, dort erfahren Sie alles über die Antragstellung. Stellen Sie einen Antrag bei Ihrem zuständigen Sozialamt.

Das örtliche Sozialamt prüft unter Ihrer Mitwirkung den Antrag und Sie erhalten einen Bescheid über die Gewährung der Eingliederungshilfe.

Was erwartet Sie in der Tagesstätte?

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Lebenspraktische Anleitung

Die Klienten besuchen die Tagesstätte von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 Uhr bis 15 Uhr. Unter Anleitung der TherapeutInen erledigen sie alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, gemeinsames Kochen des Mittagessens, die Einnahme der Mahlzeiten, Hausarbeiten, Hausputz und Gartenarbeiten. Die Klienten lernen, ihre Zeit sinnvoll einzuteilen und sich auch selbst zu beschäftigen. Weiterhin erhalten sie Hilfe zur Erlangung von mehr Selbständigkeit im Umgang mit Institutionen und Behörden und auch im Umgang mit dem eigenen Geld.

Besondere psychosoziale Hilfen

Eine wichtige Zielstellung der Hilfen besteht darin, mit der Suchterkrankung richtig umzugehen, Einsicht in die Erkrankung zu erlangen und die Auswirkungen der vorhandenen Behinderungen erfolgreich zu meistern. Dazu erhalten die Klienten bei Bedarf Hilfen zur Überwindung von Störungen der Emotionalität, bei der Bewältigung von Problemen mit sich selbst und anderen Menschen.

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Arbeit und Beschäftigung

Im Bereich Arbeit und Beschäftigung können die Klienten mit handwerklichen und gestalterischen Arbeiten in Einzel- oder Gruppenarbeit, sich selbst erfahren und in Kommunikation zu anderen treten. Durch die Arbeit mit Farben, Formen und verschiedenen Werkmaterialien erfahren die Klienten neue oder verlorengegangene Kompetenzen. Sie können Zugang zu Gefühlen und Wünschen sowie Mut zu neuen Schritten bekommen, Spannungen abbauen und der Angst vor Misserfolg entgegenwirken. Zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung werden bei der Arbeit ausgelöste Gefühle und Handlungen besprochen. Besonders bei Gruppenarbeiten können durch die Krankheit bedingte Beeinträchtigungen im sozialen Bereich, wie z.B. Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und die Angst davor verbessert werden.

Patienten mit Suchtkrankheiten erleben oft eine Beeinträchtigung ihrer Arbeitsleistung und haben Schwierigkeiten, wieder in das Arbeitsleben einzusteigen. Durch die Arbeitstherapie werden die Klienten wieder auf die Anforderungen des Arbeitslebens vorbereitet und ihr Selbstvertrauen wieder gestärkt. Gefördert werden insbesondere die Belastbarkeit und Konzentration, die Anpassungs- und Ausdauerfähigkeit, die Gewöhnung an feste Zeitstrukturen, das Erfassen von komplexen Arbeitsvorschriften und die Teamfähigkeit.

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Freizeit und Bildung

Eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten hilft, wieder Freude am Leben zu gewinnen und das Leben in der Tagesstätte abwechslungsreich und interessant gestalten. Gemeinsame Ausflüge zu Fuß, per Rad gehören dazu wie Busfahrten, Sportspiele, Schwimmen, Museumsbesuche . Beim kognitiven Training, Wissensquizz oder Besuchen von Zoos, Ausstellungen und Museen bieten sich viele Möglichkeiten vorhandene Defizite im Bereich Bildung auszugleichen. Auch kulturelle Betätigung, Spiele, Gesang und das Einstudieren von kleinen Kulturprogrammen helfen, die "grauen Zellen" wieder in Schwung zu bringen.